Gladbacher Prinz bekommt in Korschenbroich Zigarre verpasst

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In der Schützenhochburg Korschenbroich, wo Karnevalisten eher selten zu sehen sind, war jetzt Gladbachs Prinzengarde nebst Prinzenpaar und Karnevalschef Gert Kartheuser  zu Gast.  Eingeladen hatte Oberschütze Horst Thoren, der im Gladbacher Winterbrauchtum zum Kreis der Pulvermeister zählt, und  im Hannen-Haus einen geeigneten Treffpunkt anbieten konnte. Dort kamen also Pulvermeister und Garde zusammen, um sich vor dem Zug durch die Gladbacher Säle zu stärken, und die Tradition und das Bier hochleben zu lassen. Gastgeber Horst Thoren verpasste Prinz Dirk eine bischöfliche Zigarre (ein edler Stumpen aus dem Bestand des Berliner Erzbischofs Heiner Koch) und hatte für Prinzessin Niersia Martina Blumen im Glas besorgt. Natürlich gab es ein Gruppenfoto mit Garde und Pulvermeistern vor dem Hannen-Haus, wo sich sonst vor allem Korschenbroicher Schützenmajestäten ablichten lassen.  

Gladbachs Schützen trauern um Hans-Josef Heupts

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Seine Stimme hatte Gewicht, vor allem in  Brauchtumskreisen: Hans-Josef Heupts, einer der wichtigsten Ratgeber im Bruderrat der Mönchengladbacher Bruderschaften, schweigt für immer. Der Hardterbroicher starb Ende Januar überraschend im Alter von 73 Jahren. Über fünf Jahrzehnte trug er Verantwortung in Kirche und Bruderschaft. In jungen Jahren führend in Gladbachs katholischer Jugend, rückte er schnell auf auch in die Führungsgremien der kirchlichen Schützen. In seiner Heimatbruderschaft Sankt Apollinaris, im Bruderrat des Bezirksverbandes für Mönchengladbach und Korschenbroich, bei der Sankt-Sebastianus-Schützenjugend und auch in Arbeitsgruppen anderer Vereine und Verbände war seine Meinung gefragt, war er stets verantwortlicher Vordenker, nicht selten auch Mahner. Werte waren ihm wichtig. Er vertrat Überzeugungen. Er war vor allem aber ein verständnisvoller Gesprächspartner, der zuhörte und half, wo er konnte. Als gelerntem Versicherungskaufmann waren ihm wirtschaftliche Fragen nicht fremd. Deshalb wurde er häufig mit verwaltenden Aufgaben beauftragt, die er zuverlässig, mit Sachkunde und Sorgfalt ausführte.

Sein wichtigster ehrenamtlicher Arbeitsplatz war die „Schützen-Feste Dicker Turm“ in der Gladbacher Altstadt, deren Ausbau zum Schützenmuseum er begleitete. Hans-Josef Heupts war ein gläubiger Mensch. Er verstand sein Wirken in Bruderschaft und Kirche als soziale Aufgabe, Freude und Heimat, Halt und Gemeinchaft zu geben. Für diese Einstellung und den besonderen Einsatz wurde er vielfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Goldenen Stern der historischen deutschen Schützenbruderschaften. Gladbachs Schützenchef Horst Thoren würdigte ihn  „als außergewöhnlichen Menschen und vorbildlichen Bruderschaftler“. Thoren: „Wer Hans-Josef Heupts zum Freund hatte, konnte sich geborgen fühlen.“ Das Mitgefühl gehöre der Familie, vor allem Ehefrau Käthe und Tochter Silke.

Foto: Heinz-Josef Katz

Bruderrat tagt zum Jahresschluss im Hannenhaus

Weckmann2018 wsZu seiner Jahresabschlusssitzung traf sich der Bruderrat der Bruderschaften im Hannen-Haus. Bruderratsfreund Heinz-Josef Rebig hatte zur Sitzung einen Buggemann im Gardemaß mitgebracht, der während der Beratungen verputzt wurde. Die Oberschützen zogen unter Vorsitz von Horst Thoren eine positive Bilanz des Jahres. Hervorgehoben wurde der Ausbau der Schützen-Feste Dicker Turm zum Museum. 

Jahresrückblick 2018

Gladbachs neuer Bezirkskönig heißt Walter Dunkel - Stadtschützenfest 2018 mit verkaufsoffenem Sonntag lockte weit über 20.000 Besucher

Mönchengladbach. Piff, Paff, König. So schnell ging der Vogelschuss noch nie. Mit dem 47. Schuss holte Walter Dunkel aus Ohler-Ohlerfeld beim Bezirkskönigsschießen in Mönchengladbach den Vogel von der Stange. Er war selbst überrascht, als der Holzadler fiel – denn erst gut zwei Minuten nach dem Schuss brach der Vogel plötzlich auseinander. Da stand der nächste Kandidat – Wilfried Rippegarten aus Neuwerk – schon bereit, um abzudrücken. Zu spät. Dunkel (54, Mechaniker) ist neuer „König der Könige“ für 20.0000 Schützen in Mönchengladbach und Korschenbroich. Er setzte sich unter 14 Kandidaten durch. Seine Minister sind die beiden Schützen, die vor ihm auf den Vogel gehalten hatten: Stefan Pitsch (42, kaufmännischer Angestellter aus Wanlo) und Silke Mc Coy (43, Raumausstatterin). Als „heimliche Beobachterin“ hatte Andrea Dunkel ohne Wissens ihres Mannes den Wettbewerb auf dem Kapuzinerplatz verfolgt. Als der Vogel fiel, kam sie nach vorne, küsste ihren Walter und freute sich mit ihm. Dunkel wurde von Schützenchef Horst Thoren als „Feierbiest“ vorgestellt.

Der neue Bezirkskönig für Mönchengladbach und Korschenbroich machte es seinen Bruderschaftsfreunden vor: Rheinisch-fröhlich, stets strahlend, beging „Seine Majestät“ die beiden Festtage, die den 2500 Schützen und ihren 20.000 Gästen alles boten, was Brauchtum ausmacht: Einen spannenden Vogelschuss, eine rauschende Ballnacht (in der neuen Event-Location „Alte Reithalle bei Schaffrath“), eine feierliche Krönungsmesse mit richtungsweisender Botschaft (im tausendjährigen Gladbacher Münster), eine tolle Parade mit fünf Abteilungen und einer historischen Truppe zur Stadtgeschichte (am traditionsreichen Alten Markt im Herzen der Stadt).

Das Stadtschützenfest „krönte“ mit Sonne satt und bester Stimmung die Festsaison in Mönchengladbach. Das Fest kam an, weil die Mischung stimmte, wie Schützenchef Horst Thoren in der Festbilanz des Bruderrates feststellte: „Tradition und Freude bestimmen unser Festgeschehen, das mehr ist als Folklore – für viele Herzenssache.“ Dabei setzten die Gastgeber auch auf das rheinische „Spaß an der Freud“, indem sie in der historischen Truppe zwei Gladbacher Promis (Ex-OB Norbert Bude und Bezirksvorsteherin Barbara Gersmann) als „Zar und Zimmermann“ vorreiten ließen, indem beim Ball aller Majestäten in der Alten Reithalle auch Steckenpferde zum Einsatz kamen, indem zwei Segway-Offiziere (Sebastian Schnock und Heinz-Josef Rebig) mit Elektro-Rollern die Melderfunktion übernahmen.

Und doch war das Fest Brauchtum pur. Besonders feierlich zu spüren in der Krönungsmesse, bei der Schützenchef Horst Thoren und Prediger Ulrich Clancett durch ihre wichtige, ernsthafte Botschaft den Bruderschaftsauftrag „Schutz gewähren“ betonten. In seiner Predigt zog Ulrich Clancett einen Bogen von den beiden Weltkriegen, über die Kölner Aktion „Arsch huh, Zäng ussenander“ bis zu den aktuellen Geschehnissen dieser Tage in Chemnitz. Wesentliche Aussage: Ohne Beteiligung des Herzens oder ohne Herzenswärme und gegenseitiges Verzeihen geling ein echtes Miteinander nicht. Nur mit dem Verstand gelingt selten etwas, wenn das Herz nicht einbezogen wird; man muss auch verzeihen können. Das hatte zum Beginn der Messe auch Horst Thoren betont, indem er „Frieden halten“ auch und gerade auf das persönliche Umfeld, auf Familie, Freunde, Nachbarschaft und Bruderschaft bezog.  Ein großes Herz mit der Aufschrift „Verzeih mir“ verkündete dabei das Leitwort der Festmesse, in deren Mittelpunkt die Krönung der neuen Bezirksmajestäten durch Bezirkspräses Pfarrer Johannes van der Vorst stand.  Für festlichen musikalischen Rahmen sorgten Sänger aus Holt und die Big Band Sankt Barbara Neuwerk.

Nach den leisen Tönen in der Messe wurde es laut, bliesen zwölf Musikgruppen den 2500 Schützen und ihren 20.000 Gästen den Marsch, hatte General Lothar Erbers  (hoch zu Ross mit Frack und Zweispitz) das Kommando über die versammelten 2500 Schützen aus 34 Bruderschaften und Vereinen.  Als 1. Hauptmann stand dem General Jürgen Zimmermanns zur Seite, der als Kommandeur des Großen Zapfenstreichs preußische Uniform und Haltung zur Schau trug.  Die Parade – mit Beifall des Publikums vor allem für die Kleinsten und für die schmucken Klompenfrauen – endete mit der Europahymne und dem Bekenntnis „Alle Menschen werden Brüder …“, dass die Bruderschaften beim abschließenden Feldlager mit der  freundschaftlichen Einladung zum „Prosit auf Tradition und Gemütlichkeit“ verbanden.

Im Hause Königs wird fleißig gebacken

Wer Rolf Königs etwas schenkt, muss damit rechnen, dass er das Präsent nutzbringend einsetzt. So geschah es dieser Tage, dass im Hause Königs gebacken wurde. Der Bruderrat um Horst Thoren hatte ihm nämlich aus Anlass des Schmausens im Schützenkreis, dessen geschätzten Gastgeber Königs seit Jahren ist,  eine historische, wohl an die 100 Jahre alte Backform aus Holz geschenkt.

PraesentModelThoren hatte das prächtige Holzmodel eigens mit italienischem Olivenöl bearbeitet, war aber davon ausgegangen, dass das gute Stück als Kunstwerk an die Wand gehängt wird. Weit gefehlt. Teig wurde angerührt, in die Form gedrückt, das Ganze in den Backofen geschoben. Was herauskam, konnte sich sehen lassen: Ein königlicher Reiter! Anbei die Beweisfotos, die Rolf Königs den Schützen zuschickte. Thoren freute sich und wünschte „Weiterhin viel Spaß beim Backen!“